Yogahaus Dresden | Blog

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Seit einiger Zeit beginnt für mich jeder Tag mit einem Zitat von Meister Eckhart. Ich entdecke immer aufs Neue deutliche Parallelen zwischen ihm und den Lehren des Yoga.
Neulich las ich bei ihm, dass die Seele nach drei Dingen dürstet: Erkenntnis, Wachstum und Liebe. Im Yoga ist weniger die Rede von der Seele, mehr von dem wahren Selbst, von dem Göttlichen, das in jedem wohnt.
Viele Menschen sind darauf bedacht, mit körperlicher Schönheit in Erscheinung zu treten. Andere möchten über ihre Klugheit auffallen. Es gibt aber auch Menschen, die vielleicht sogar schön und klug sind, aber darüber hinaus über eine innere Schönheit, die nach außen strahlt, verfügen. Ich nehme das sehr oft bei älteren Menschen war. Sie müssen niemandem mehr etwas beweisen. Sie erlauben sich, so zu sein, wie sie wirklich sind.
Manche sagen Altersmilde dazu. Aber ich denke, es ist mehr. Es ist die Schönheit der Seele, die hier zum Vorschein kommt. Eine Schönheit, die schon immer vorhanden war, aber sehr oft hinter einer Maske versteckt wird. Menschen setzen sich diese Maske auf, um angepasst durchs Leben zu kommen. 
Je mehr sich die Menschen mit dieser Maske identifizieren, um so mehr verkümmert die Seele dahinter. Sie strebt nach Erkenntnis und an erster Stelle nach Selbsterkenntnis. Solange ich die Schönheit meiner Seele nicht selbst erkenne und anerkenne, ist es unmöglich, dass andere diese Schönheit wahrnehmen können. Erst wenn ich meine Maske ablege, kann sich das wahre Selbst mit all seinen Qualitäten entfalten.
Die Seele strebt nach Wachstum. Sie möchte sich mit anderen Seelen austauschen und teilhaben an deren Erfahrungen. Die Seele wächst genauso durch das Wahrnehmen wahrer Freude als auch durch Mitgefühl.
Jede Seele möchte geliebt werden. An erster Stelle natürlich von ihrem Wirt. Wie furchtbar ist es, wenn die Bedürfnisse der Seele von ihrem Träger unterdrückt werden, wenn zum Beispiel Liebe und Güte nicht gelebt werden dürfen, weil es als Schwäche ausgelegt werden könnte! Ältere Menschen erscheinen dann als verbittert und garstig. 
Erkenntnis, Wachstum und Liebe. Nichts davon muss man der Seele geben. Es fließt ihr zu und sie wird es verströmen, wenn man es zulässt.

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