Yogahaus Dresden | Blog

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Für viele Teilnehmer meines Yogaunterrichts ist Pranayama nicht mehr als eine Atemübung, die gemacht werden muss, damit danach Yoga praktiziert werden kann. Dabei kann Pranayama etwas sehr Machtvolles sein, vielleicht sogar noch mächtiger als die Asanas, also die körperlichen Yogaübungen.
Das Wort Pranayama setzt sich aus den beiden Wörtern Prana und Yama (bzw. Ayama) zusammen. Prana steht für die Lebensenergie, Yama (bzw. Ayama) für Kontrolle oder Erweitern und Ausdehnen. Im Pranayama nehme ich also im weitesten Sinne Einfluss auf den Fluss der Lebensenergie in meinem Körper.
Aber was ist das eigentlich: Lebensenergie? Ohne Lebensenergie wäre mein Körper eine tote materielle Hülle. Ich verdanke ihr mein Lebendigsein. Sie ist insbesondere in meinem Sonnengeflecht, im Oberbauch gespeichert und durchströmt meinen ganzen Körper. Sie bestimmt alle Lebensprozesse: Mein Handeln, mein Denken und mein Fühlen. 
Das Prana speist sich aus den fünf Elementen: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Das Prana des Elementes Erde nehme ich über das Essen auf, wobei selbst tierische Nahrung seinen Ursprung in der Erde hat. Denn am Anfang der Nahrungskette steht immer die Pflanze, die die Energie der Erde akkumuliert. 
Ich unterscheide zwischen Nahrungsmittel und Lebensmittel. Nahrungsmittel machen mich satt, enthalten aber wenig Lebensenergie. Lebensmittel sind auf gesunden Böden gewachsen, haben bis zum Verbraucher kurze Transportwege und sind schonend zubereitet worden. In ihnen steckt die Energie der Erde. Sie machen mich nicht nur satt, ich fühle mich nach ihrem Genuss zudem wohler. 
Die Energie des Elementes Wasser nehme ich über das Trinken auf. Ich könnte tagein, tagaus Cola oder irgendein anderes industrielles Getränk zu mir nehmen. Das würde meinen Durst stillen. Aber wer schon einmal frisches Quellwasser getrunken hat, merkt den Unterschied: Quellwasser stillt nicht nur den Durst, es macht im wahrsten Sinne des Wortes lebendig.
Die Energie des Elementes Feuer nehme ich über die Sonne auf. Es mag künstliche Lichtquellen geben, die das gesamte Spektrum des Sonnenlichts abstrahlen. Dennoch wird sich das Sonnenlicht immer anders anfühlen, weil es mehr als nur hell macht, es beinhaltet Prana.
Die Energie des Elementes Luft nehme ich über das Atmen auf. Den Sauerstoff der Luft braucht der Körper. Frische Luft beinhaltet aber zudem auch Prana, das ganzheitlich für meinen Erhalt notwendig ist. Maschinell aufbereitete Luft aus Klimaanlagen versorgt meinem Körper ausreichend mit Sauerstoff, beinhaltet aber wenig Prana. Ich komme in den Genuss von pranareicher Luft, wenn ich beispielsweise im Wald tief durchatme.
Besonders interessant ist die Lebensenergie, die das Element Äther spendet. Diese Energieform ist sehr subtil spürbar. Manche Menschen haben eine außergewöhnlich angenehme Ausstrahlung. Allein durch ihre Anwesenheit fühle ich mich einfach wohl. Sie spenden mir Prana. Es gibt Orte, an denen Prana in mich hineinströmt. Ich liebe die Berge. Stehe ich im Gebirge und halte inne, bade ich in dieser Wohlfühlenergie. Es gibt spirituelle Orte, Kirchen, Synagogen, Moscheen, die diese Energie ausstrahlen.
Wenn ich mich nun mit Prana aufgeladen habe, kann ich mit den machtvollen Übungen des Pranayama bewusst auf meine Lebensenergie Einfluss nehmen. Ich kann sie beispielsweise dorthin lenken, wo ich sie hinhaben möchte, oder ich kann sie einfach nur aktivieren. Pranayama gibt meiner Lebendigkeit eine neue, höhere Qualität.

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